Übungsleiterin in einer Sportstunde

Mit einer positiven Einstellung und lustigen Ideen zur Bewegung motivieren ist mehr Wert als eine perfekt geplante Stunde, sagt TSC Übungsleiterin Anna. Foto: Jan Weckelmann

Teile diesen Beitrag:

Bevor eine Übungsstunde im Kindersport beziehungsweise im Allgemeinen geplant werden kann, müssen eine Reihe von Vorüberlegungen beachtet werden. Welche Ziele verfolge ich mit der Sportstunde? In welche Abschnitte unterteile ich die Stunde und mit welchem Abschluss motiviere ich die Kinder zum Wiederkommen? In einem Gespräch mit der Redaktion gab uns Kinder-/Jugendsport-Übungsleiterin Anna Spitthoff einen Einblick in ihre Methoden und Hilfsmittel, um einen bestmöglichen Übungsstundenablauf zu gewährleisten.

Hallo Anna. Danke, dass Du Dir die Zeit für die TEAM nimmst.

Anna: Hey, sehr gerne!

Möchtest Du uns erzählen, in welchen Bereichen Du schon Kinder im Sport angeleitet hast?

Anna: Angefangen habe ich vor ein paar Jahren beim Fußball als Trainerin einer U13 Mädchenmannschaft. Nach meinem Sport-Studium habe ich als Vertretungslehrerin gearbeitet und diverse Erfahrungen im Sport- und Schwimmunterricht gesammelt. Aktuell studiere ich Grundschullehramt und leite beim TSC verschiedene Sportkurse.

Das nenne ich mal Erfahrung! Was sind für Dich die wichtigsten Ziele in Deinen Sportstunden?

Anna: An oberster Priorität steht bei mir die Kombination aus Spaß und Bewegungszeit. Dies versuche ich in jeder Stunde bestmöglich umzusetzen. Ich erhoffe mir durch die Assoziation von Bewegung und positiven Emotionen, dass die Kinder gerne zum Sport kommen. Außerdem sollten die Kinder etwas aus jeder Sportstunde für sich persönlich mitnehmen können; seien es eine neue Bewegungserfahrung oder die Arbeit im Team.

Deine Vielseitigkeit zeichnet Dich aus – wie schaffst Du es, die verschiedenen Kursstunden inhaltlich so zu planen, dass Du diese Ziele gemeinsam mit den Kindern erreichst?

Anna: Es ist ein „Geben und Nehmen“. Die Kinder dürfen immer Wünsche äußern und sich bei der Stundengestaltung einbringen, so dass die Motivation und dementsprechend auch der Spaßfaktor hoch ist. Trotzdem gibt es natürlich auch je nach Sportart und Angebot einen inhaltlichen Rahmen, an den wir uns gemeinsam halten.

Wie baust Du denn typischerweise eine Sportstunde auf?

Anna: Der Aufbau ist immer ähnlich, die Umsetzung und Methoden aber meist verschieden. Am Anfang gibt es eine Aktivierungsphase, meist mit bekannten Spielen, Wiederholung von Bewegungen der letzten Stunde oder einer thematischen Einführung in die aktuelle Stunde. Für die anschließende inhaltliche Erarbeitung des Stundenschwerpunkts gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mal werden viele kleine Spiele gespielt, mal ein Stationsbetrieb, bei dem die Kinder ohne meine Anleitung zurechtkommen. Manchmal spielen wir auch ein großes Spiel und passen es durch verschiedene Variationen immer weiter an.

Zum Abschluss: Was ist Dein ultimativer Tipp für die perfekte Stundenplanung?

Anna: Meiner Meinung nach gibt es den nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die perfekt geplante Stunde auch vollkommen schief laufen kann. Man muss also immer Alternativen bereithalten und Stunden spontan abändern können, damit keine Unzufriedenheit aufkommt. Ich bin davon überzeugt, dass es besonders wichtig ist, die Kinder mit Hilfe einer positiven Einstellung und lustigen Ideen zur Bewegung motivieren zu können. Final ist dies vermutlich mehr Wert als eine detailgenau geplante Stunde!

Wir danken Dir sehr für das aufschlussreiche Gespräch und wünschen Dir weiterhin viel Spaß in unserer Eintracht.

„PRAKTISCH für die PRAXIS“

Viele hilfreiche Tipps und Ideen zur Gestaltung von Kursstunden findest Du in der Rubrik „PRAKTISCH für die PRAXIS“ vom Landessportbund NRW

shares