Die »Goldenen Zeiten« Ende der 80er-Jahre mit Lars Ricken und Stefan Klos

Lars Ricken, Borussia Dortmund, TSC Eintracht Dortmund

Lars Ricken, ehemaliger Bundesliga-Profi und heute Nachwuchskoordinator bei Borussia Dortmund, spielte in seiner Jugend beim TSC Eintracht Dortmund | Foto: Jan Weckelmann

Ein wichtiger Schritt in der Karriere – die Talentschmiede der Fußballabteilung des TSC Eintracht.

Sie zählen beide zu den herausragendsten Spielern der Vereinsgeschichte und bleiben bis heute unvergessen – beim TSC Eintracht wie auch bei Borussia Dortmund. Mit Lars Ricken und Stefan Klos verbinden beide Vereine eine eigene Ära und haben dabei viele Erfolge gefeiert. Beide Spieler hatten eine ähnliche sportliche Karriere in den selben Vereinen: angefangen beim TuS Eving-Lindenhorst vor der elterlichen Haustür, über die prägende Zeit beim TSC bis hin zur prominenten Karriere beim BVB. Ein Besuch bei Lars Ricken auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund lies die damalige Zeit noch einmal aufleben und Erinnerungen lebendig werden. 1986 wechselte der damals zehnjährige Ricken vom TuS Eving-Lindenhorst zur Eintracht. Er wurde dort in der D-Jugend schnell zum so selbstbewussten wie ehrgeizigen und sehr kollegialem Leistungsträger. So war er bereits in der D-Westfalenmeister Mannschaft von 1988 die zentrale Figur im Eintracht-Mittelfeld. »Ich hatte eine tolle Zeit bei der Eintracht und es war eine Phase, die mich sehr geprägt hat«, erinnert sich Ricken im Gespräch. Dies bezieht er sowohl auf die zwischenmenschliche Ebene wie auch die sportliche. Damals war die D- und C-Jugend deutlich besser als die des BVB und sie haben damals in der Altersklasse fast alles gewonnen.

»Wir haben da Malzbier aus Stiefeln getrunken«

Lars Ricken

Er erinnert sich an viele erfolgreiche Spiele, Turniere in Amiens/Frankreich und auch, dass er bereits als C-Jugendlicher schon in der B-Jugend der TSC spielte. Besonders die Infrastruktur beeindruckte ihn nachhaltig – sei es der Rasenplatz oder selbst der gute Aschenplatz oder die Strukturen im Hause. »In den vier Jahren haben wir nie in der Halle trainiert«, so Ricken. Selbst das Restaurant ist ihm für die damaligen Abschlussbesprechungen in bleibender Erinnerung geblieben. »Wir haben da Malzbier aus Stiefeln getrunken«, ergänzt er lachend. Seine Begeisterung für den TSC Eintracht merkt man ihm heute noch lebhaft an. Die Erinnerungen, wie auch an seinen damaligen, für vier Jahre prägenden Trainer Herbert Pril, sind sehr präsent und zaubern ihm im Gespräch ihm wieder ein Lächeln auf das Gesicht.

»Ich war zwischendurch sogar beim Fechten oder habe mir die Handballspiele in der Halle angesehen«,

erinnert sich Ricken.
Lars Ricken spielte in seiner Jugend beim TSC Eintracht Dortmund | Foto: Jan Weckelmann

Damals war es für Ricken auch wichtig, die älteren Mannschaften mit zu verfolgen, wozu auch die Entwicklung des fünf Jahre älteren Stefan Klos gehörte. Klos hat bei der Eintracht ebenfalls seine Spuren hinterlassen und Mitte und Ende der 80er-Jahre wurde Stefan Klos, Spitzname »Stoffel«, mit den Eintracht B-Junioren Westfalenmeister und spielte mit um den deutschen Titel. Für Ricken und Klos war die Zeit beim TSC Eintracht prägend. Für beide Spieler und ihre Eltern war damals der Wechsel zum TSC Eintracht der logische Schritt in der spielerischen Entwicklung der beiden Fußballspieler. Das selbe gilt für die Entscheidung beider Spieler, zum damals frisch aufgebauten BVB-Talentschuppen zu wechseln. Die beiden Karrieren sind in der Gesamtbetrachtung einzigartig und wären ohne die Jahre an der Flora nicht möglich gewesen. So spielte Lars Ricken ab 1990 beim BVB, wo er nach der Beendigung der Profikarriere ab 2008 die Funktion des Nachwuchskoordinators übernahm und bis heute inne hat. Somit arbeitet das frühe Ausnahmetalent Ricken heute selber in der Talentförderung und bleibt dem TSC bis heute emotional wie auch professionell verbunden. »Unsere Scouts kennen bestimmt jeden Spieler bei der Eintracht«, so Ricken, der bis heute die Entwicklungen des TSC mitverfolgt und sich gerne an die Tore als Zehnjähriger auf dem Aschenplatz der Eintracht erinnert. »Für mich war der TSC zum damaligen Zeitpunkt der perfekte Ort – sowohl spielerisch als auch menschlich«.