Ehrenamtliche durch Feedback binden

Vereinfachte Darstellung des Lebenszyklus des freiwilligen Engagements.

Vereinfachte Darstellung des Lebenszyklus des freiwilligen Engagements.

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Gefühlt engagieren sich dauerhaft zu wenige Menschen ehrenamtlich. Und wenn man mal eine engagierte Person trifft, bringt sie sich bereits in anderen Vereinen und gemeinnützigen Organisationen ein. Umso wichtiger ist es, gewonnene Ehrenamtliche an seinen Verein oder seine Abteilung zu binden.

Wie das gelingt? Mit Aufgaben, die sich den Bedürfnissen in wechselnden Lebenssituationen anpassen. Die Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes hat dazu ein Modell entwickelt, welches den Lebenszyklus im Ehrenamt abbildet.

Der Lebenszyklus des freiwilligen Engagements besteht aus vier Phasen: vom anfänglichen Interesse (1) über den Einstieg (2), die Entwicklung (3) bis zur Verabschiedung (4).
In der ersten Phase entsteht bei einer Person das Interesse an freiwilligem Engagement, dazu benötigt sie Informationen und Transparenz. Was erwartet der Verein? Und was kommt auf mich zu?

In Phase zwei müssen neue Freiwillige angeleitet und unterstützt werden, damit sie sich in ihrer Funktion willkommen und aufgenommen fühlen. Idealerweise wissen sie jederzeit, wen sie bei Fragen ansprechen können. Wer schon zu Beginn das Gefühl hat, alleine gelassen zu werden, verlässt sein Ehrenamt bevor er überhaupt etwas bewegt hat. Wer wirklich etwas bewegen möchte, der benötigt Qualifikationen. Aus- und Weiterbildungen sind für manche Ehrenämter zwingend erforderlich, geben den Engagierten aber auch Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Danke sagen

Die Entwicklungsphase ist wohl die wichtigste und kniffligste Phase zur Bindung von freiwillig Engagierten. Hierbei geht es um den Sinn und die Perspektive jedes einzelnen Ehrenamts. Ehrenamtliche wollen erfahren, dass sie Gutes tun. Ein „Danke“ ist einfach gesagt und wirkt enorm, um Engagement anzuerkennen. Genauso wichtig und anerkennend sind regelmäßige persönliche Feedback-Gespräche. In den Gesprächen können zum Beispiel Vorstand und Ehrenamtliche ihre Ziele abgleichen und Unterstützungsbedarf identifizieren. Für viele Ehrenamtliche sind Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten wichtig – so sollten in den Gesprächen auch Perspektiven und Einblicke in weitere Vereinsprozesse aufgezeigt werden.
So sehr Ehrenamtliche auch engagiert sind, müssen sie irgendwann unweigerlich durch familiäre oder berufliche Umstände kürzertreten. Um einen langfristigen Ausstieg zu vermeiden, müssen Aufgaben den Lebensumständen angepasst werden.

Wertschätzend verabschieden

Manchmal geht es einfach nicht anders und ein Ehrenamtlicher muss sein Ehrenamt beenden. Für die geleistete Arbeit haben die meisten Engagierten eine wertschätzende Verabschiedung verdient. Ehemalige sollten dem Verein verbunden bleiben, denn auch sie spielen eine wichtige Rolle für den Ruf des Vereins. Idealerweise hält der Verein den Kontakt. Sind Ehrenamtliche durch Familie oder Beruf von ihren Aufgaben zurückgetreten, können sie zurückkehren, sobald sich ihre Lebenssituation entspannt hat. Wenn der Verein ehrenamtsfreundliche Strukturen aufweist, werden sie sich auch wieder für ihn entscheiden – und der Lebenszyklus des freiwilligen Engagements beginnt von vorn.

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