Wir müssen reden – über Duftstoffe

Besonders im Sport ist man vielen künstlichen Duftstoffen ausgesetzt. Foto: Jan Weckelmann

Besonders im Sport ist man vielen künstlichen Duftstoffen ausgesetzt. Foto: Jan Weckelmann

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Wer kennt nicht das erfrischende Gefühl nach der Dusche und den Duft von Zitrus, Mango oder Kokos? Besonders in Kombination mit Sport gehören Duftstoffe meist dazu – man möchte ja nicht müffeln. Doch zu viel künstlicher Duft ist schädlich und begegnet uns in nahezu jedem Raum.

Deos und Parfüms sind offensichtliche Duftstoffträger und bestehen schon längst nicht mehr aus Blütenblättern. Produkte wie diese versprühen Chemikalien, die mit Bedenken zu genießen sind. Neben der Körperpflege verwenden wir auch für unsere Wäsche das am besten riechende Mittel. Besonders Sportler/innen waschen ihre Funktionskleidung gerne zusätzlich mit Wäscheparfüms oder Weichspüler.

Was oft den unangenehmen Geruch übertüncht, der durch Wärme und Schweiß auf dem synthetischen Gewebe entsteht, hat unangenehme Folgen für Haut und Umwelt. Hinter Weichspülern stehen unter anderem kationische Tenside, die das Steifwerden der Wäsche verhindern und sie somit weich machen. Kationische Tenside sind allerdings auch dafür bekannt, die Hautfunktion zu stören und Hauterkrankungen auszulösen. In immer mehr Weichspülern werden zudem Schlachtabfälle verarbeitet, deren Fett die Wäschefasern ummantelt und das angenehm weiche Gefühl erzeugt. Damit moderige Gerüche überdeckt werden, bedienen sich die Hersteller an heftigen Duftstoffen: Amylcinnamal, Amycinnamylalkohol, Benzylsalicylate, Cinnamal, Citral, Coumarin, Eugenol, Hydroxycitronella oder Lyral sind einige Namen, die man im Kleingedruckten auf den Packungen lesen kann. Einige Stoffe aus Weichspülern können zu Störungen des zentralen Nervensystems beitragen und manche stehen in Verdacht, krebserregend zu sein. Durch das Abwasser gelangen sie zudem in die Umwelt.

Essig und Natron desinfizieren

Duftstofffrei zu leben, erfordert zwar Disziplin, ist aber möglich ohne dabei unangenehmen Gerüchen ausgesetzt zu sein. Die Studio-Trainer des TSC Eintracht verzichten bereits auf Duftstoffe. Im silbernen Anbau des Sportzentrums wird ohne Duftstoffe geputzt und wo es nur geht, verzichtet der Verein auf giftige Chemikalien. Besonders in den Kinderkursen achtet der TSC auf Verträglichkeit, so werden die Spielmaterialien mit natürlichen Mitteln desinfiziert. Essig und Natron tun ihren Dienst genauso gut, wie chemische Desinfektionsmittel, die die zarte Kinderhaut angreifen und damit den Weg für Keime freimachen. Auf dem Fußballplatz liegt natürliches Korkgranulat anstatt das sonst üblich genutzte künstliche Gummigranulat.

 

Im Privaten können Sportler durch einfache Tricks gesünder ohne Duftstoffe leben:

1. Weniger Seife
Wer viel duscht, sollte weniger Seife nutzen, denn diese ist meist alkalisch und verändert den sauren PH-Wert unserer Haut. Solange der natürliche Säureschutzmantel abgewaschen ist, können Keime und Pilze die Haut belagern – und das stinkt! Schweiß, Staub und abgeschilferte Zellen sind wasserlöslich und benötigen keine Seife. Füße, Achseln, Leistenregion und Pofalte sollten mit sauren Waschsubstanzen gewaschen werden.

2. Backpulver und kolloidales Silber für frische Wäsche
Durch die Beigabe von Backpulver in die Waschmaschinenladung kann man viele Kleidungsgerüche ganz einfach beseitigen. Man sollte nur darauf achten, dass das Backpulver vollständig im Wasser gelöst ist, bevor man die Maschine anstellt. Da der unangenehme Geruch in der Wäsche meist von Bakterien stammt, kann auch die Beigabe von kolloidalem Silber diesem entgegenwirken. Kolloidales Silber wirkt antibakteriell und ist zudem sehr hautverträglich.

3. Essig als Weichspüler
Manche Menschen benutzen auch Essig oder Zitronensaft als Weichspüler-Ersatz. Der Essigduft soll nach dem Trocknen völlig verschwinden und die Wäsche dennoch weich machen.

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