Foto: Olaf Heil

Teile diesen Beitrag:

Der TSC bietet seinen Mitgliedern neben vielen anderen Sportarten auch ein breit gefächertes Angebot an asiatischen Kampfsportarten an. Wer schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, sich über Selbstverteidigung zu informieren oder sich gerne in Wettkämpfen mit anderen messen will, steht vor dem Problem, wofür er sich entscheiden soll? Welche Kampfkunst ist die passende? Die nachfolgenden Kampfsportarten oder Kampfkünste stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an den Übenden. Mit der detaillierten Vorstellung kann jeder Interessent erste Hinweise bekommen, in welche Kampfkunst
es sich für ihn lohnen würde, einmal während eines Probetrainings hinein zu schnuppern. Viel Spaß!

Foto: Olaf Heil

Aikido

Aikido ist eine traditionelle japanische Kampfkunst, begründet von dem Japaner Morihei Ueshiba (1863-1969). Er entwickelte Aikido aus verschiedenen Kampfkünsten der Samurai und verschmolz sie zu einem neuen System. Aikido beinhaltet das Ausnutzen der natürlichen Kräfte und Bewegungen und strebt nach Harmonie zwischen Körper und Geist. Statt antrainierter Muskelkraft lässt Aikido die eigenen Energiequellen entdecken und dient der inneren Ruhe und dem Selbstvertrauen. Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe. Anstelle des Kräftemessens findet eine gemeinsame Fortentwicklung nach den Prinzipien des Aikido statt. Verbessert werden u.a. die Körperhaltung, der Umgang mit Aggressionen (auch der eigenen), die Fähigkeit zur Entspannung, die Beweglichkeit, das Reaktionsvermögen, die Koordination, die Atmung … und natürlich kommt auch der Spaß an der Bewegung nicht zu kurz. In der Praxis wird ein Angriff um- oder weitergeleitet, der Angreifer so in Spiralbewegungen geführt, bis er die Kontrolle über die eigene Bewegung verliert und aufgeben muss. Die Technik wird meist mit einem kontrollierten Wurf oder Hebel abgeschlossen. Die Aktionen werden von beiden Partnern mit einem Minimum an körperlicher Kraft und innerhalb der natürlichen Beweglichkeit ausgeführt. Daher ist diese Kampfkunst auch sehr gut für Frauen geeignet. Ungeeignet ist es dagegen für diejenigen, die in kurzer Zeit gefährliche Kampftechniken erlernen wollen. Denn um Aikido zur Selbstverteidigung anwenden zu können, sind viele Jahre intensiven Übens nötig. Bei den Übungen wechseln regelmäßig die Partner, so dass auch Anfänger mit Fortgeschrittenen üben können. Als Ergänzung und zur Verdeutlichung der Aikido-Prinzipien arbeitet die Abteilung auch mit Holzwaffen wie Schwert, Stock und Messer. Die japanischen Schwertkampfkünste haben einen deutlichen Einfluss bei der Entwicklung des Aikido gehabt.

Foto: Olaf Heil

Jiu Jitsu

Jiu Jitsu ist eine Kampfkunst, die einst von den Samurai entwickelt wurde. Frei übersetzt kann Jiu-Jitsu als die sanfte Kunst bezeichnet werden. So steht hinter „dem Sanften“ des „Jiu“ der Leitgedanke der „schwächeren Kraft“, wobei der Jiu-Ka unter Zuhilfenahme von Intelligenz und Technik, die „stärkere Kraft“ überwindet und sich somit durchsetzt, beziehungsweise die Kontrolle über die Situation erlangt. Das Prinzip ist, dass „der Schwächere“ in vernunftgesteuerter Weise Hebel, Würgegriffe, Schläge, Fußtechniken und Nervendrucktechniken auf Schwachstellen des Körpers einsetzt, um einen Angreifer abzuwehren. Aus dem traditionellen Jiu-Jitsu der Samurai entwickelten sich im Laufe der Zeit weitere Kampfkünste wie Judo, Aikido oder Karate, welche durch besondere Betonung auf einzelne Aspekte des Gesamtsystems Jiu-Jitsu oder durch Mischung mit anderen Kampfkünsten entstanden sind.
Nach dem Aufwärmtraining und speziellen Übungen z.B. zur Fallschule werden mit einem Partner Techniken geübt. Meist ist es eine Abfolge von Blocks, Hebeln und Schlägen, um einen Angreifer kampfunfähig zu machen. Jiu-Jitsu ist gut zur Selbstverteidigung geeignet.

Judo

Judo ist von dem Jiu-Jitsu Meister Jigoro Kano aus verschiedenen Stilen dieser Kampfkunst zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt worden. Er selektierte alle Techniken aus, die dem Kriterium des sanften Nachgebens nicht entsprachen. Hauptsächlich besteht das System aus Würfen, Hebeln, Würge- und Bodentechniken. Für sehr Fortgeschrittene gibt es aber auch noch einige Schlag-, Tritt- und Stoßtechniken sowie Waffentechniken mit Schwertern und Stöcken, die aber nur noch sehr selten gelehrt werden. Denn die einstige Kampfkunst hat sich nach dem zweiten Weltkrieg vom Nahkampfsystem zum Wettkampfsport entwickelt und hat dort heute seinen Schwerpunkt. Seit 1964 ist Judo olympisch.
Da ein Schwerpunkt im Judo Wurftechniken sind, müssen auch Falltechniken geübt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Am Boden setzt der Judoka Hebel- und Haltegriffe ein, um den Gegner bewegungsunfähig zu machen, oder zur Aufgabe zu zwingen. Durch die starken Zug- und Schubbewegungen sowie Rollbewegungen im Judo wird besonders der Rumpf gestärkt (Rückenschule) und das Gleichgewicht geschult. Insbesondere die Fallschule hilft präventiv gegen Sturzverletzungen. Wer sich richtig auspowern will, ist hier richtig.

Foto: Olaf Heil

Karate

Karate hat seinen Ursprung in China. Bereits im frühen Mittelalter brachten Handel und kultureller Austausch die chinesische Kampfkunst zuerst nach Okinawa. Dort entwickelten sich die verschiedenen Karate Stile in den Städten Naha (te), Shuri (te) und Tomari (te). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Meister Kano, der Begründer des Judo, auch Kontakt zu Meister Funakoshi und lud ihn nach Japan ein, um sein Karate (Shotokan) dort vorzustellen. Meister Funakoshi sollte nie mehr nach Okinawa zurückkehren. Ein Schüler, Masatoshi Nakayama, versportlichte das Karate, was nicht im Sinne von Meister Funakoshi war, jedoch für einen weltweiten Bekanntheitsgrad dieser Kampfkunst sorgte. Aus der „Chinesischen Hand“ wurde die „Leere Hand“, da die Japaner nicht die besten Beziehungen zu China hatten. Die Silbe Kara bedeutet auch leer und somit wird hier auch vermittelt, das Karate eine waffenlose Kampfkunst ist. Im Sport Karate werden vorwiegend geradlinige Schläge, Tritte und Stöße verwendet, während im traditionellen Bereich ebenso, Hebel und Würfe dazu kommen. Das Training zielt auf die Erlernung der perfekten Technik ab, wobei hier die Einheit von Körper und Geist ebenso ein weiteres Ziel ist. Im TSC wird die Stilrichtung Shotokan praktiziert, wo auch der Selbstverteidigungsgedanke immer spürbar bleibt. Nach dem Aufwärmen wird mit und ohne Partner Technik geschult. Katas, Bewegungsabläufe die einem Schattenkampf ähneln, wechseln sich mit Kämpfen gegen Partnern oder Pratzen-Training und einem abschließenden Krafttraining ab. Beim Karate wird der gesamte Bewegungsapparat mit einbezogen, wodurch sich Flexibilität, Koordinationsvermögen, Schnelligkeit, Kraft und natürlich auch die Ausdauer, regelmäßiges Training vorausgesetzt, deutlich verbessern lassen. Ebenso wird hierbei auch die Körperwahrnehmung geschult. Schaut einfach mal nach Anfrage vorbei!

Foto: Olaf Heil

Modern Arnis

Modern Arnis ist eine Kampfkunst, die auf den Philippinen entwickelt wurde. Wie bei den meisten asiatischen Kampfkünsten liegen auch hier die Anfänge im Dunkeln und die Techniken wurden über Jahrhunderte nur innerhalb der jeweiligen Dörfer und in den Familien gelehrt und weitergegeben. Aus den ehemals mit Schwertern ausgeführten Techniken sind die heutigen Techniken mit einem oder zwei Rattanstöcken von ca. 70 cm Länge entstanden. Während der Kolonialisierung durch Spanien wurden einerseits viele kulturelle Zeugnisse dieser Kampfkunst systematisch vernichtet, gleichzeitig aber auch diese Kampfkunst aus den geheimen Zirkeln heraus an die einheimische Bevölkerung weitergegeben, zum Zwecke des Befreiungskampfes gegen die europäische Vorherrschaft. Ein Meister der klassischen Arnis-Stile, Professor Remy Presas, entwickelte 1957 daraus das Modern Arnis. Neben den bekannten Arnis (Stöcke) werden auch Alltagsgegenstände, wie Gürtel, Handtücher, Spazierstock oder Kugelschreiber zu Verteidigungswaffen und
die klassischen Metallwaffen, wie Kurz-Schwerter, Messer und Dolche, eingesetzt. Mit einem Partner werden Schlagfolgen und ihre Konter geübt, zuerst abgesprochen, später ohne Ansage, um Reflexe zu schulen und Absichten des Gegners zu erkennen. Aber auch mit bloßen Händen und fließenden Bewegungen werden Entwaffungs-, Hebel- und Haltetechniken ausgeführt. Modern Arnis schult in hohem Maße die Hand-Auge-Koordination und das Konzentrationsvermögen. Besondere körperliche Voraussetzungen sind nicht nötig, deshalb ist es auch gut für Frauen geeignet. Seit einigen Jahren ist TSC Trainer Großmeister Datu Dieter Knüttel (10.Dan) einer der weltweit höchstgraduierten Meister und eine treibende Kraft auf internationaler Ebene. Weitere hochqualifizierte Arnis Trainer im TSC sind Reiner Palloch, 4. Dan und Ingo Balszus, 4. Dan. Das Modern Arnis ist im Deutschen Arnis Verband e.V. organisiert, dessen Bundestrainer TSC Trainer Dieter Knüttel seit 1985 ist.

shares