Neue Herausforderung für Till und Anna

Anna Hense holte sich bereits im vergangenen Jahr mit dem 4x400-Meter-Quartett den Titel "Eruopameisterin". Foto: Jennifer Bunzeck

Anna Hense holte sich bereits im vergangenen Jahr mit dem 4x400-Meter-Quartett den Titel "Eruopameisterin". Foto: Jennifer Bunzeck

Die Eintracht- Leichtathleten Anna Hense und Till Marburger befinden sich auf dem Weg zur größten  Herausforderung ihres sportlichen Lebens, den U 20 Weltmeisterschaften in Cali/Kolumbien. Schon am Donnerstag zog der Deutsche Leichtathletikverband seine Mannschaft in Frankfurt zusammen, um jedem Risiko beim Einchecken für den Flug von Frankfurt nach Tampa (USA, Florida) aus dem Wege zu gehen. Gut zehn Stunden Flug lagen vor ihnen, ehe sie bei angenehmen 25° Celsius amerikanischen Boden betreten konnten. In Tampa (Florida) sollen sie sich in einem Sportcamp an die Zeitdifferenz von sieben Stunden  gewöhnen und sich im Training auf die U 20- Weltmeisterschaften einstimmen, ehe sie am nächsten Freitag den siebenstündigen Weiterflug zum Austragungsort der Titelkämpfe antreten.

Till  Marburgers „Arbeitsgerät“, seine persönlichen Sprungstäbe, sind bereits ihm voraus auf dem Weg nach Cali, und in Tampa wird er mit Leihstäben zurecht kommen müssen. Dort wird sich das Training auf technische Feinarbeit beschränken. Die Vorbereitung auf seinen ersten  Einsatz im Nationaldress verlief nicht ganz reibungslos. Im April in der Sportschule Kienbaum brach sein Sprungstab, und wer das hässliche Geräusch schon einmal gehört hat, kann nachvollziehen, wie lange Till brauchte, um diesen Schrecken zu verdauen. Aber es spricht für seine Nervenstärke, dass er sich bei der Juniorengala in Mannheim  bereits wieder in Topform präsentierte. „Bei seinem Sprung über 5,30 Meter war noch viel Luft nach oben.“, stellte sein Trainer Eike Gruber fest, schränkte aber ein: „ Ob er das aber auch in Cali abrufen kann, weiß niemand.“ Zur Zeit nimmt Till in der Weltrangliste Platz 13 ein, aber die jungen Stabartisten trennen nur wenige Zentimeter. „Es wird ganz eng werden, und es ist nichts unmöglich.“, sagt Gruber. Am zweiten August heißt es „Daumen drücken.“

Anna Hense kann hingegen bereits auf internationale Erfahrungen verweisen. Vor einem Jahr wurde sie in Tallinn mit dem deutschen 4 x 400-Meter-Quartett nach einer furiosen Aufholjagd  U 20- Europameisterin. Doch in diesem Jahr bremsten sie Rückenbeschwerden immer wieder aus, so dass sie ihr wahres Können nicht abrufen konnte. Da stand sogar die WM – Teilnahme auf der Kippe. Aber rechtzeitig war Anna wieder fit, um sich für die WM zu qualifizieren. Zwar haben  alle deutschen Langsprinterinnen auch für den 400-Meter-Einzelwettbewerb die Norm erfüllt, doch in Cali wird sich das deutsche Team ganz auf die Staffel konzentrieren. Voraussichtlich wird die Staffel in der gleichen Besetzung wie in Tallinn antreten. Die Mädchen wissen also, wie sich die Luft auf dem Siegerpodest anfühlt. „Obwohl die Konkurrenz aus Übersee übermächtig erscheint, ist das Finale das Ziel“, macht Bundestrainer Thomas Kremer den Mädchen Mut. Die deutschen Mädchen sind erfahren und können kämpfen.

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